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Ein Interview / Zur Person Stand 2015

Heinz J. Hafner

Interview vom 22. August 2015

@all americans: No, J. does not stand for Jeremia – but Johann 🙂

Geboren im Jahre 1971 in ⇒Rosenheim > Aufgewachsen in der kleinen Arbeiterstadt ⇒Kolbermoor > Gymnasiale Schulausbildung in ⇒Bad Aibling > Studium der Mathematik mit Anwendungsgebiet BWL in München > Auslandspraktikum bei ⇒Raychem [2] in ⇒Menlo Park – Gründer, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters ⇒Halvotec →[3] > Ehemann & Vater zweier Kinder > Gründung einer Web 2.0 Company “⇒DeutscheDaten“→[4] in ⇒München > Selbständiger Datenbank-Spezialist ⇒Mister Datenbank / INFOBÜRO Hafner in ⇒D-A-C-H – Gründer MicroVenture ⇒HJH Composities > Produkt-Evangelist ⇒SchutzBox in 11 Sprachen und unzähligen Ländern > Erfinder→[5] ⇒ɱag.net das vernetzte Magazin mit magnetischer Wirkung > Ehrenamtlicher Vorstand & Forscher im ⇒Unterguggenberger Institut in ⇒Wörgl.

F1: Haben Sie Besonderheiten vorzubringen? Warum sollte ich dieses Interview führen?

A: Hm, wenn dann nur weil Sie sich für mich, meinen Weg oder meine persönlich gemachten Erfahrungen interessieren! Ich bin davon überzeugt: Jeder ist etwas Besonderes – wenn er/sie es zulässt!
Ab hier werde ich die Gleichstellung von Mann und Frau leben und als männlicher Erdenbewohner die männliche Schreibweise stellvertretend für beide Formen einsetzen …

F2: Was kann ich denn von diesem Interview erwarten?

A: Ungewöhnliche Herausforderungen, gewöhnliche Menschenthemen und viele ehrliche Antworten – bekanntermaßen nicht immer das was man hören will!

F3: Ein Beispiel für (1) ungewöhnliche Herausforderungen, bitte!

A: Tja, da nehme ich mal den prägendsten Bereich: Unternehmertum / Selbständigkeit und beschreibe die ersten großen Schritte hin zum Unternehmertum … (vorsicht diese Antwort fällt länger aus!)

Ja ich bin dem Weg des Unternehmers “verfallen”! Fragen Sie mich nicht warum, aber ich kann nicht anders: Ich liebe es im Pionierstil nach Vorne zu streben!
Nein es war nicht die lohnenste Variante in Bezug auf Reichtum die ich nehmen hätte können, und Nein es ist auch nicht der bequemste Weg den man sich an meiner Stelle hätte vorstellen können ABER ich will einmal von mir behaupten können “I did it my way!” und dabei gibt es für mich keine Abkürzung und keinen Königsweg! Unternehmerpfade sind nie eine gerade Linie. Wenn ich es versuchen sollte abzubilden dann wäre es ähnlich einer Bergketten-Silouette.

Also gut, von Anfang an:

Ich wurde von meinen Eltern gelehrt: Sei fleißig dann wird aus Dir etwas!
Auch wenn meine Eltern dabei andere Ansätze im Kopf hatten als ich  “was” aus mir werden soll. Ich habe während meiner Schul- & Zivildienstzeit bereits 13 Betriebspraktika & Nebenjobs in mehr als 10 Branchen erlebt oder besser mir “erarbeitet”.

Mit Beginn des Studiums in München suchte ich händeringend nach einer anderen Type Mensch als den klassischen Mathematik-Kommilitonen und wurde per Zufall fündig in der ⇒TEG – The entrepreneurial group. Dieser Haufen von wildgewordenen jungen Menschen – ständig auf der Suche nach der nächsten Projekt- & Umsetzungsherausforderung hat mich Länge mal Breite erwischt: Ich mache mich jetzt selbständig und mache mir meinen Erfolg selbst …

Gesagt getan habe ich einen Frühstücksdienst f.i.t. gegründet und Mitstreiter gesucht. Gesucht & gefunden:
Begonnen neben dem Studium und dem eigentlichen Geld-für-Leben Nebenjob (4 Uhr morgens + Sonntags in einem Blumengroßhandel)

So begann eine Erfolgsgeschichte ganz besonderer Art!
Endausbaustufe: >10 Schüler/Studenten belieferten in 3 Orten (Rosenheim, Kolbermoor, Bad Aibling) eine Unzahl von Kunden mit dem Fahrrad und Kinderanhänger – Sommer wie Winter!

Sie würden es heute als ökoligisch nachhaltiges Startup im Sektor persönliche Dienstleistungen auf moderner IT Basis bezeichnen 🙂

Dann kam die unternehmerische Zäsur: Vordiplom Mathematik mit  Bravur gepackt – Angebot Auslandspraktikum im Silicon Valley – Ergebnis: >10 Menschen haben einhellig entschieden: Geht nicht anders wir müssen pausieren – Du musst da hin …

Nach der Rückkehr aus den Staaten blieb ein harter Kern der >10 übrig und gründete mit mir Zusammen eine IT-Unternehmung mit Schwerpunkt Individual-Lösungen auf moderner DB- & Internettechnik!

Komische Koinzidenz: 1995 tobte im Valley der Internet-Hype und ich durfte in Nachbarschaft von SUN, ORACLE und Konsorten 6 Monate Zeit verbringen und einen unermesslichen Gedanken- & Zeitvorsprung mit nach Hause bringen 🙂

ach ja .. Sie sind noch da! Sorry aber wenn ich in diesem Stil fortfahre dann werden wir die nächste Frage nie mehr erreichen …

F4: Schon gut – vielleicht etwas knackiger und kürzer aber die Richtung stimmt und ich bin noch wach!

A: Nun gut. Zurück aus dem Valley – IT Firma gegründet (Startkapital: 1.500 DM in bar + 10.000 DM Kontokorrent-Rahmen)

1. Schritt: Wagemutig Projekte an Land ziehen – Ergebnis: Projekt DeutscheBank, Projekt KPMG
Beide stellten sich als “Zitronenprojekte”→[6] heraus ABER die Kontakte & Folgeaufträge waren goldwert …

2. Schritt: Die wagemutigen Projekte überleben und zusätzliche sinnvolle Projekte finden

3. Schritt: Projektvolumen erhöhen, Projekte sourcen, Projekte vorfinanzieren

4. Schritt: Bankenvorfinanzierung nahezu unmöglich, es muss ein Investor her

5. Schritt: Investorengruppe steigt ein, “Professionalisierung” auf allen Kanälen

6. Schritt: Wir brauchen eine Niche, wir brauchen ein Produkt, denn die reine Projektarbeit bringt uns um oder zumindest nicht weiter

7. Schritt: Pilotprojekte identifiziert für Niche & Produkt – 3x Aquiriert …

Ab hier begann eine komplett neue Ära im Unternehmen denn es enwickelte sich so etwas wie eine Identität und Ausrichtung.

Doch wehe, wehe – kein Plan hält der Realität stand …
Zusätzliche Projekt/Produktangebote, Mitarbeiterfluktuation, Standortwechsel, Wachstum, Liquidität, Rentabilität, Beteiligungsmodell, Professionalisierung, Fokusierung, Marketing, Vertriebsmannschaft, SAP als hausinterne ERP Lösung – trotz eigener entwickelter ERP Lösung, Diversifikation, Marktanteilserhöhung, Fachmessen, Firefighting in Problemprojekten, Macht- &Positionsgerangel, Teambuilding, Kurzarbeit oder Zwischenfinanzierung, Gründung Tochterunternehmen ja/nein, jetzt schon 2. Führungsebene ja/nein und und und …

Ergebnis: 100% = 50% Personal, 25% Vertrieb, 10% Firefighting/Konfliktmgmt,  5% Orga Kacke, 10% Strategie

Schlußendlich war es klar und im Endeffekt überraschend einfach diese weitreichende Entscheidung zu fällen und zu exekutieren:
7 Jahre Gründer & GF der Halvotec, einem erfolgreichen, wachsenden IT-Dienstleister sind ausreichend!

Es folgte ein erfolgreicher Exit für alle Beteiligten.

Damit war der augenscheinliche Königsweg verlassen:
Einmal erfolgreich von quasi 0 weg gründen, aufbauen und stabilisieren, dann den Run bis zum wohlverdienten Ruhestand abschließen.

Ich ordne diesen Lebensabschnitt dem Begriff “One-Time one-field Entrepreneur” zu.

F5: Das war ja mal eine intensive und detaillierte Schilderung Ihrer Erlebnisse mit dem ersten Unternehmen!
Was waren denn die “Lessons learned” dabei?

A: Nie wieder GF und Leiter Vetrieb bei einem IT-Dienstleister – nein Spaß bei Seite:

Als Gründer und Unternehmensinhaber eines IT-Dienstleisters bist Du in der Rolle des “Löwendompteurs”. Die scheinbar kontrollierte Situation kann sich zu jedem Zeitpunkt in einen Sonderzustand verwandeln – Sei bereit dafür!

Wenn Sie dauerhaften Erfolg haben wollen, dann finden Sie Ihre Niche, entwickeln, auf kundenbezahlter Basis, das passende Produkt und platzieren es mit aller Energie die Sie aufbringen können um Marktsignifikanz zu erreichen und in den “relevant set” zu kommen.

F6: Kurz den restlichen Weg bis heute?

A: In aller Kürze – auch wenn dabei weder Tiefe noch Dichte der Erfahrungen übermittelbar ist:

DeutscheDaten: 4 Jahre Web 2.0 Firma – Hippes Produkt, geniale Produktentwicklungsarbeit, Traction missed, trotz “pitching like crazy” nicht über die Seed-Finanzierung hinausgekommen.

Nach erfolglosem Versuch das ursprüngliche Produkt zum fliegen zu bekommen wurde das Unternehmen dann gemeinsam in einen IT-Dienstleister für eCommerce gewandelt auf Basis der vorhandenen Assets (Technologie, Marktzugänge & internem KnowHow). Nach erfolgreichem Turn-Around und Wandlung Übergabe an Mitgründer & Investorengruppe dieses mal mit schmerzlichen, persönlichen finanziellen Einbußen.

Zuordnung Lebensphase: “Nice try: Heading for an elevator trip – out of service – take the stairway!”

MisterDatenbank / INFOBÜRO Hafner: Ein-Mann-Show als IT-Spezialist Bereich “Datenmanagement & Datensicherheit” – Hervorragender Verdienst (high constant income stream – no leverage), erfülltes Familienleben und ausreichend Zeit und Energie für die Anbahnung der nächsten “Phase” – soll heißen: Beide Kinder langsam aus dem gröbsten raus, Freiraum und Energie mit dem Bonus einer erwachsenen, umtriebigen Tochter und einem sehr Technik-affinen Sohn im heranwachsenden Alter – hoffentlich wird daraus später mal keine langweiliger, verstaubter Familienbetrieb sondern ein Unternehmer-Schuppen 🙂

Zuordnung Lebensphase: “Life/Work Balance: Raise constant money and raise your kids!”

HJH Composities: MicroVenture als strategische Basis für die nächste Generation Unternehmertum. Während der stabilen Ein-Mann Phase der letzten Jahre entstand parallel ein Umsetzungskonzept, umfassende Vernetzung und ein persönlicher “Stealth-Mode” in der Entwicklungsphase.

F7: Und wo geht die Reise hin?

A: Die Ausrichtung und Intention: Neue Wege im Bereich Informations- & Datenmgmt für “Jedermann” mit weitreichendem sozialen Impact – stabil und nachhaltig für alle Stakeholder.

Das Stufenmodell (5-Jahres Plan)

Der erste Schritt: Ein kommerziell ausgerichtetes Produkt “⇒SchutzBox – eine hochsichere Lösung zur lokalen Speicherung auf Endgeräten incl. voll umfänglicher Synchronisation und Sicherung über alle Systeme hinweg. Zielgruppe: Klein & Kleinst-Einheiten die eine hoch professionelle und erschwingliche SaaS-Lösung benötigen, da sie erhöhten Sicherheitsbedarf bei der Datenhaltung haben. Salopp gesagt ist es eine Edel-Dropbox in verschlüsselter Variante. Keine “Cloud”-Lösung sondern eine ausgewachsene Rechenzentrums-Lösung im Hintergrund wie es “die Großen” schon seit Jahren Inhouse betreiben.
Diese Grundtechnik ist kompakt und als Einzelprodukt seit April 2014 über Vertriebspartnerschaften auf dem Markt und erfreut sich hoher Beliebtheit bei der Zielgruppe 🙂 Für mich und meinen 5 Jahres-Plan ist es lediglich ein konsequenter erster Schritt eine für alle weiteren Ausbaustufen nötige Basistechnologie im Portfolio zu haben. Unter welcher Flagge/Marke das letztendlich läuft und welche Marktpenetration es dabei erreicht ist für meinen Stufenplan unerheblich.

Zweite Brennstufe:

ɱag.net – das vernetzte Magazin mit der magnetischen Wirkung: Eine offene, dezentrale Plattform um relevante Inhalte zu veröffentlichen und zu verbreiten. Seit April 2015 “on air” und aktuell in der “slow & decent growth” Phase. Das Konzept erlaubt es aktuell allen Interessierten sich als “Botschafter” für Werte & Kompetenzen zu bewerben. Ein akzeptierter, wir nennen ihn akkreditierter, kann dann frei seine Inhalte einbringen und dabei zwei Ziele verfolgen und erreichen:

Durchschlagende SEO Erfolge & massive Ausweitung der Aufmerksamkeit für seine “Botschaften”, denn er erreicht durch den Vernetzungscharakter eine Leserschaft die sonst kaum zu schaffen wäre.

Es ist etwas komplett anderes ob man einen persönlichen Auftritt pflegt – ich nenne es immer die “Internet-Insel der Glückseligen” – oder ob man sich stimmig in eine “Wertegemeinschaft” einfügt und dabei die sich ergebenden Synergien nutzt.

Und bitte entschuldigen Sie an dieser Stelle die klaren Worte: Die aufgeblasenen, hoch-kommerzialisierten Plattformen die “jeder” kennt und nutzt sind mit “Wertegemeinschaft” nicht gemeint: Facebook, LinkedIn, Twitter, Pinterest & Co.

Diese haben als “nearly-no-cost” Beschallungsmaschine absolut ihren Reiz, Effekt und in gewisser Weise Ihre Daseinsberechtigung – für wie lange will ich nicht beurteilen. Nur mit dem von ɱag.net verfolgten Ziel des fokussierten Werte & Kompetenz-Marketings zur Identitäts- & Markenbildung hat es wenig zu tun.

Mit erreichen einer, bereits intern definierten, “kritischen Masse” wird weiters im Rahmen von Diversifikation, erhöhtem Vernetzungsgrad und passgenauer Entwicklung der Plattform ein eigenes Info-Ökosystem für eine Großzahl von Nutzern erreicht. Meine persönliche Einschätzung der nahen Zukunft ist dabei nicht das klassische Kunde-Anbieter Verhältnis sondern eine komplexe Landschaft und eine Mischung von nicht-kommerzieller Nutzung (NGOs, privat) als FREE-Lösung→[7] und die Nutzung für Geschäftszwecke, profitorientiert auf Basis einer losgelösten Bezahl-Variante.

Aktuell muss man sich das so vorstellen: Jeder kann sich bewerben. Die Werte & Kompetenz-kompatiblen Botschafter werden akkreditiert und können auf Basis der geschaffenen FREE Welt von ɱag.net tun und lassen wie Ihnen beliebt. Vertrauensaufbau durch kontinuierliche Annäherung und gedanklichen Austausch stehen hier im Vordergrund – so funktionieren Wertegemeinschaften.

KnowHow, professionelle Werkzeuge & wertvolle Dienstleistungen die sich daraus ableiten werden gemeinsam mit pilotierenden Botschaftern in deren eigenem Umfeld gestaltet und gemehrt. Dabei kann es passieren und ist schon passiert, dass “zufällig” kommerziell lukrative Umsetzungen unter den Beteiligten entstehen.

Ich gebe hier nur ein paar Gedankenanker mit: SEO, Marketing, ConversionRate, Ranking, ContentSyndication

Dritte Brennstufe:

Projektname “ic:” – Durch Zusammenführung mehrerer Komponenten→[8] – entsteht eine völlig neue Landschaft zur Verwertung und Nutzung von Informationen. Bei Interesse und dem nötigen Vertrauensverhältnis gebe ich jedem die Chance hier ganz nah und “live” bei der Entstehung dabeizusein – Einfach Botschafter werden und damit wie ein Magnet Nähe zu mir generieren 🙂

F8: Woher kommt der “unerklärliche” Name HJH Composities für Ihre Neugründung und was ist der Zweck?

A: Das ist für mich schlüssig und völlig eingängig wenn man die Ideen dahinter begreift!

Nehmen wir als Analogie-Versuch die neu gegründete “Alphabet” oberhalb von “Google”: Hier wird nach ‘zig Jahren das versucht zu korrigieren was ich mir nie gönnen werde:
Eine einzelne erfolgreiche Unternehmung produziert einen “Sack voller Flöhe” der sich nach vielen Jahren versucht zu “sammeln” und “teilen” gleichzeitig.

Begonnen mit einem klaren Fokus und Ziel: Suchmaschine #1 werden, auf Basis großer Finanzierungsrunden.
(aus Sicht der damaligen Kapitalmarktsverhältnisse! Heute haben sich diese Zahlen durch die Hyperinflation im internationalen Kapitalmarkt stark relativiert)
Dabei werden alle erdenklichen Prozessketten-Verlängerungen nach vorne und hinten eingebaut; es werden Konkurrenz- & Zuliefer-Firmen aufgekauft/zerschlagen/ausgeschlachtet und manchmal künstlich integriert; ganze Nichen & Märkte werden gekauft/zerschlagen/gestaltet. Daraus entsteht – erfolgreiche Umsetzung vorausgesetzt – eine völlig zerstückelte Landschaft – ein nicht-organischer Verbund. Bei etablierten Unternehmen spricht man dann von einer Unternehmens-Gruppe[9].

Da ich so etwas NIE anstreben würde gehe ich einen anderen Weg:

Ich agiere strategisch aus einer schlanken, zentralen Struktur heraus. Ich habe Sie “Composities” genannt, ein niederländisches Wort, zu deutsch “Kompositionen”.

Ich bin ein Verehrer von Lebenswerken und virtuosen Leistungen. Diese benötigen lange, bis sehr lange Vorlaufzeiten für den nachhaltigen Erfolg! Durch lebenslanges Lernen sowie der Assimilierung von Denkmodellen, Kompetenzen und Konzepten in wichtige Grundstrukturen entsteht eine tragfähige und flexible Basis.

Darauf aufbauend erwirkt man “Flow” durch Initiierung eines Phasen-Modells:

Stürmische, kreative und hoch produktive Einzelengagements mit ihren zugehörigen und natürlich folgenden Stabilisierungs- & Reifungsphasen der Einzelkomponenten in Kombination.

Dies bewirkt – in konzertierter Form – einen immerwährenden Strom an Innovationen und tragenden Lösungen.

Diese Vorgehensweise habe ich, auf Basis unzähliger Projekt- & Firmenerfahrungen, in praktikable Umsetzungsmodelle übersetzt. Auf lange Sicht werden damit alle sinnvollen Phasen “konzertiert” und können in zyklischer Form dauerhaft nutzbringend realisiert werden!

F9: Machen wir den thematischen Schwenk von Unternehmertum zum Ehrenamt. Wie lässt sich das für Sie vereinen?

A: Es gibt unzählige Werke die sich diesem Thema widmen! Das Spannungsfeld Egoismus und Altruismus ist so alt wie die Menschheit selbst!

Nur: Zu keiner Zeit war es so verworren, vermischt und eklatant als Thema wie heute!

Egal ob Sie Begriffe wie Share-Economy in den Mund nehmen, die heutigen Widersprüche zwischen OpenSource/Creative Commons und Urheberrechte/Verwertungsrechte betrachten oder die duale Situation von Staatseinrichtungen und NGOs heranziehen.

Die Essenz all dieser Aspekte bringe ich auf ein Zeitphänomen besonderer Klasse: FREEMIUM→[7]
(ein ideales Feld für tiefste Grabenkämpfe jeglicher Couleur bei Gesprächsrunden)

Hier treffen zwei völlig diametral ausgelegte Modelle zusammen: Kommerz bzw. Gewinnmaximierung für die investierenden Parteien als reinste Form des Egoismus und kostenlose Nutzenmaximierung für die Nutzer als altruistische Leistungserbringung des Anbieters.

Einfach übersetzt: Profitmaximierung für den Anbieter contra Null-Kosten-Nutzung für den “Kunden”. Der Begriff “Kunde”→[10] wird hier meist fälschlich genutzt und zugeordnet da heutige “Nutzer” in der “New Economy” kaum mehr deckungsgleich mit dem “Bezahler” sind. Ein beliebter Weg um augenscheinlich den obigen Konflikt gelöst zu haben – unehrlich, einseitig und auf Dauer nicht haltbar – meine Meinung!

Heute schon ist dieser Kern-Konflikt in vollem Gange – nicht nur in der Medienlandschaft und dem klassischen Internet-Geschäft!

Unzählige “Lösungsversuche” mit allen nur erdenklichen und wahnwitzigen Ansätzen existieren bereits!

Hier meine persönliche Antwort darauf und ein Credo für meinen Lebensweg:

Wir sind bereits lange aus dem klassischen Industriezeitalter heraus und befinden uns in einer der intensivsten und komplettesten Umwälzungsphasen in der Geschichte der Menschheit!

Nicht mehr die  isolierte Bewältigung akkribisch getrennter Lebensbereiche (Beruf, Ehrenamt, Freunde, Familie, …) sondern eine konzertierte, harmonische Erreichung der gesetzten Ziele in verschiedenen Erfolgsfeldern sind die heutige Herausforderung des Einzelnen und der gesamten Gesellschaft!

Das heißt eine klare Trennung des diametralen – Kommerz & Nicht-Kommerz, Arbeit & Freizeit, egoistisch & altruistisch führt zu nicht bewältigbaren Konflikten und muss zwangsläufig zu einer rein hypothetischen und philosophischen Schlammschlacht führen.

Ich sehe darin ein hoch energetisches Feld, eine Art hoch produktiver und synergetischen Dualismus.
Sich ergebende Polaritäten (Klassiker: Yin/Yang, Adam/Eva) werden durch jeden Akteur auf Basis bewusster oder unbewusster Werte-Modelle gewichtet und finden mehr oder weniger willentlich Ihren Einfluss und Ausgleich in individueller Ausprägung.

Für mich konkret:

Solange ich einen “adequaten” Lebensstandard, für meine Familie und mich, sicherstellen kann und dabei das persönliche Wohlbefinden und das Allgemeinwohl nicht zu kurz kommt definiere und empfinde ich das als “persönlichen Wohlstand”.

Auf dieser Basis bringe ich all’ meine Energie ein um:

  • Persönliche Entwicklung zu fördern
  • Nachhaltig zu wirtschaften
  • hochgradig vernetzt zu agieren
  • Nutzen, für mich und andere im Einklang, zu maximieren

Abschluss: Mit diesem Resumé beenden wir das Interview 🙂 So habe ich mir das vorgestellt … Zukünftige Interviews sehe ich nicht als ausgeschlossen 🙂

Creative Commons Lizenzvertrag
Heinz J. Hafner – Das Interview von Heinz J. Hafner ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.


 

Dieser Beitrag wurde angeregt durch folgende Modelle →[1]:

⇒Benjamin Franklin

⇒John F. Kennedy

⇒Mahatma Gandhi

⇒Friedrich Wilhelm Raiffeisen

⇒Michael Unterguggenberger

⇒Veronika Spielbichler

⇒Neil Patel – About me

⇒Yann Girard – Who am I and what’s my deal?


Fußnoten:

[1] Modell: Dieser Begriff ist im Zusammenhang mit der Modellierung im NLP zu verstehen. Eine sehr gute ausführliche Darstellung findet sich z.B. hier: Grinders Definition des NLP als „Modellieren von Exzellenz“
„NLP is the modeling of excellence. … NLP ist das Modellieren von Exzellenz.“ ≅ Identifizieren eines adäquaten Modells [Vorbilds] … und die Sicherstellung des Zugangs zu diesem

Für mich bedeutet der Begriff im Zusammenhang mit der Wissens- & Informationsvermittlung an andere, dass das genannte Modell signifikant zu meiner eigenen Haltung und meinen eigenen Ergebnissen beigetragen hat und damit ein guter Teil des übermittelten auf die dahinterliegenden Modelle zurückzuführen ist – Dank an dieser Stelle hinaus in die große Welt der Modelle!

[2] Raychem war damals (1995) ein weltweiter Elektronikkonzern mit 7 Geschäftsbereichen. Der Konzern wurde später von ⇒Tyco übernommen und zerschlagen oder klarer formuliert: Ausgeschlachtet.

[3] Halvotec GmbH: Hafner + Lerch + Vogl + Technologie = Halvotec. Ehemals als AppCo = Application Consulting gegründet und nach Hinzunahme einer Investorengruppe umfirmiert. Das Unternehmen wurde als IT-Beratungs- & Projektfirma gegründet. Im Zuge der Markt- & Identitätsfindungsphase und einigen erfolgreichen Projekten bei Grosskunden (KPMG, DeutscheBank, BMW, etc.) konnte eine Nichenlösung pilotiert und vermarktet werden: Ein web-basiertes ERP-System für den deutschsprachigen Bildungssektor. Im zweiten Schritt wurde in Kooperation mit KPMG eine Quellensteuer-Rückführungs-Prozesslösung pilotiert, die im ersten Anlauf nicht über die Pilotierungsphase kam und erst im zweiten Anlauf (ohne KPMG) zur Produktlösung reifte. Über die 7 Jahre könnte man Bücher schreiben: Es war alles dabei – Garagenzeit in meiner Studentenbude, wildeste Wachstumsphasen, erfolgreicher Turn-Around, Produktentwicklung & Vermarktung, Erfolgreicher Exit durch Anteilsverkauf an Mitgründer und Investorengruppe …

[4] DeutscheDaten: Web 2.0 Startup mit dem Ziel persönliche Portale als Basis für das persönliche Info-Mgmt und die persönliche Darstellung nach außen JEDEM zu ermöglichen – ohne technische Kenntnisse. Die schon aus [3] bekannte Investorengruppe + drei neue Mitgründer erlebten in den folgenden 4 Jahren alles was es in einem Web 2.0 Startup zu erleben gibt: Aufwendigste Produktentwicklung, gescheiterte Vermarktungsversuche an Klein-/Direktkunden – kurz we missed traction at all! Nachfolgend führte ein eiserner Turn-Around dazu dass man die vorhandenen Assets (KnowHow, Marktzugänge & Umsetzungskräfte) in eine schwarze Null und komplett neue Ausrichtung als IT-Dienstleister mit Fokus Webtechnik & eCommerce übersetzen konnte. Nochmals eine [3] über den gesamten Lebenszyklus zu begleiten war nicht mein Ziel, sodass in 2008 ein Ausstieg und eine Übergabe an die Mitgründer und Investoren die natürliche Folge war.

[5] Co-Erfinger – ɱag.net – das vernetze Magazin mit der magnetischen Wirkung: Zusammen mit meiner Tochter Laura Hafner und einigen technischen Entwicklungspartnern entsteht eine umfassende vernetzte Plattform. Ziel ist nicht weniger als eine revolutionäre, neue Art Informationen von A nach B zu bekommen – stay tuned!

[6] Zitronenprojekt: Beißen Sie einfach einmal in eine Zitrone und beobachten Sie Ihre Gefühle und Regungen dabei. Dann wissen Sie wie sich ein IT-Projekt anfühlt das ich so bezeichne.

[7] FREE: Ein frei nicht wie in Freibier sondern ein frei wie in Freigarten.

Ich bin kein Verfechter der aktuell trendigen FREEMIUM Ansätze bei der ein wagniskapital-finanzierter Anbieter einen Werbe & Marketing-Budget minimierenden Vermarktungsansatz wählt um im Endeffekt: Konkurrenz Minimierung mit “winner takes it all” und kommerzielle Ausschlachtungsmöglichkeiten direkt oder indirekt anstrebt sobald Marktdominanz erreicht ist. Direkt durch Preiserhöhung und Austrocknung der FREE-Schiene; Indirekt durch Verfälschung des Kunden-Ansatzes, soll heißen der Nutzer ist nicht der Kunde sondern die Ware.

Ich bin ein Verfechter des Freigarten-Ansatzes: Jemand macht mit bringt sich ein und auf Basis minimaler Infrastruktur-Basis entstehen wunderbare Dinge die allen nutzen. Entdeckt dann jemand die Möglichkeit dies auch im eigenen Bereich nutzbar zu machen – ein eigener Garten – und hat dabei “professionelle” Absichten im Stile der aktuell “noch” vorherrschenden Marktordnung so besteht immer die Möglichkeit dies zutun. Dann auf nicht freier Basis sondern auf Basis fairer und professioneller Bedingungen.

[8] Komponenten: Da ich ein absoluter Verfechter der Evolutions-Theorie mit “zufälligen” sprunghaft auftretenden Entwicklungsstufen bin liebe ich folgenden Ansatz:
Kleine, leicht korrigierbare Komponenten mit verschiedenen Partnern entwickeln. Diese dann geschickt zu konzertieren und als Pilotlösungen am Markt zu testen. In mehreren Itterationsstufen werden diese dann verfeinert ODER in relativ kurzer Zeitspanne verworfen.

[9] Gruppe: Eine Gruppe ist nicht mehr und nicht weniger als eine Anzahl von Individuen größer acht die sich regelmäßig zum Austausch treffen um damit bestimmte Zwecke zu erfüllen.

[10] Kunde: Jemand der auf Basis einer Beauftragung bzw. eines Vertrages bestimmte Leistungen gegen Bezahlung erhält.


Autor/Editor: Heinz J. Hafner
Pioniergeist & Soziales Unternehmertum
Aktuelles – Startups: Szene vs. industrielle Produktion vs. Pioniergeist

Die Inhalte des Fachbeitrags sind lediglich zur persönlichen Orientierung gedacht und stellen meine persönliche Meinung dar. Es besteht weder Anspruch auf akademische Zweckentfremdung noch auf Verbreitung oder Standardsetzung für irgendwas! Die jeweils zitierten Werke empfehle ich, wenn möglich, käuflich in Buchform in Besitz zu nehmen – muss ja nicht unbedingt bei Amazon sein – ein lokaler Buchhandelsvertreter tut’s auch 🙂

 

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